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FJ -
Werkz
eug

 

Hayabusa - Werkzeug

 

Vergaser synchronisieren,
Messuhr selbst gebaut

 

So Leutz,

hier meine Version und die notwendigen Maße zum Nachbauen.

 

Vorab Eines :

Nahezu alle 4 - Takt - Motorräder , die ICH kenne ,

haben sogenannte Drosselklappen verbaut,
-  bei Vergasern direkt im Vergaser selbst und
-  bei Einspritzern als eigenständige Drosselklappen - Anlage

und das fiese bei diesen Dingern ist,
daß sie auf einer Welle mittels Klemmung in ihrer Stellung montiert sind
und daß diese Einstellung über die unzähligen Gaswechsel sich irgend wann ein klein wenig verstellt und der Motor "unten rum" sich irgend wie "komisch anfühlt",
weshalb die Konstrukteure zum Ausgleich dieser Verstellung eben die Synchronisierschrauben erfunden haben.

Sie bringen die Drosselklappen wieder dahin, daß sie passend zu den Zylindern und deren einzeln aufgebauten Unterdruck, bei allen Zylindern soviel "Luft" durchlassen,
daß  dadurch die Gasannahme im unteren Drehzahlbereich so schön identisch ist, daß der Motor sauberst Gas annimmt und feinfühlig arbeitet, sprich "Gas annimmt" .
Und DAS gilt für Gaser wie Einspritzer GLEICH.

Einmal im Jahr bzw. so alle ca. 15.000 km synnen wäre echt schick.

 

Doch jetzt zum Instrument.

 

Der absolute Vorteil dieses Meßinstrumentes ist,

daß sich rein gar nichts verstellen kann und ich mich 100%ig auf die angezeigten Werte verlassen kann. Es wirkt eben die reine Physik und keine Feder kann einen Meßwert verfälschen.

Es gibt keine Federn oder sonstige Bauteile, die bei Gebrauch sich verändern oder ihre Eigenschaften nach und nach aufgeben und damit die Eichung verlieren.

Dieses Messinstrument ist immer geeicht, da hier allein die Physik am Werke ist und somit immer gleiche Werte angezeigt werden, egal ob oben auf dem Himalaya oder am Meeresstrand.

 

Der große Nachteil dieses Meßinstrumentes ist,

daß bei massiv verstellten Drosselklappen, z.B. nach einer kompletten Demontage / Zerlegung der Vergaserbrücke, man gar nicht so schnell den Motor stoppen kann, dass man nicht Gefahr läuft, sich das Öl in die Vergaser zu saugen.
Hier kommen dann doch die Uhren zum Einsatz, aber nur zum groben Vor-Synchronisieren.
"Flattern" die Zeiger alle vier so einigermaßen im gleichen Bereich kommen die Uhren ab,  meine Schlauchgeschichte ran und es geht ums feinste Einstellen.

 

Anmerkung :

Ich habe jüngst den Eindruck gewonnen, dass sich als Synchronisierschrauben wohl Inbusschrauben wesentlich besser machen könnten, als die Serien- X - Schlitz - Schei..dinger bei denen einem dauernd der Dreher wegrutscht und man kaum genügend Druck aufbringen kann ohne gleich wieder Gas zu geben. Mal sehen was sich da machen lässt.

 

Eines sei noch erwähnt :

Diese Meßeinrichtung entsprang ursprünglich dem Geiste eines anderen
hier zu finden: http://www.gs-classic.de/tipps/verg_12.htm
ich habe aber die Erlaubnis per eMail bekommen, diese Beschreibung hier zu veröffentlichen.

 

 

Was benötigt wird:

1.       Brett 1,50 x 0,27 m
(ich habe eine Press-Spanplatte 10mm dick genommen, schön leicht und dennoch ausreichend stabil)

2.       5,0 m klarer Schlauch mit 8mm Innen-Durchmesser
(für´s Meßinstrument an sich)

3.       8,0 m klarer Schlauch mit 6mm Innen-Durchmesser
(als Anschluß - Schläuche zu den Stutzen am Zylinderkopf)

4.       4 T-Stücke 8 mm zur Verbindung der einzelnen Schläuche

5.       4 Übergangsstücke 8 auf 6 mm

6.       4 Klemmfedern, wie sie auf den Meßstutzenkappen sitzen

7.       ca. 150ml Motoröl
(ich habe Neues genommen und man kann super gut ablesen)

8.       Gewebe-Isolierband, um den 6er Schlauch etwas dicker zu machen im Bereich, wo er auf die Meßstutzen aufgesteckt wird und die Klemmfedern drauf kommen, sonst sitzt der 6er Schlauch etwas locker und könnte Nebenluft zulassen.

9.       reichlich 50 Kabelbinder (ganz dünne)

 

Vorgehensweise:

1.       Im Abstand von 5 cm horizontale Linien aufs Brett gezeichnet
(ca. 1m weit und mittig auf die Länge des Brettes bezogen)

2.       Im Abstand des sich ergebenden Mittenabstandes der T-Stücke alle 20cm Löcher (3mm) gebohrt

3.       ein 10er Loch oben mittig gebohrt, damit die ganze Schose gerade hängt

4.       den 8er Schlauch in 4 Längen von exakt (X) 1,10 m geschnitten

5.       den 6er Schlauch in 4 Längen von exakt (X) 2,00 m geschnitten

6.       mit den Kabelbindern die Schläuche am Brett befestigt
(Ansicht von Hinten Bild 2)

7.       Die Schlaufe am Ende (siehe Bild 4) ist ca. 60 cm lang

8.       ca. 150 ml Motor-Öl mittels Spritze eingefüllt, so daß der Füllstand bis zur Mitte der Markierungen reicht (siehe Bild 1)

 

(X) Die 100% gleiche Länge der jeweiligen Schläuche unter Pkt. 4 und 5 ist wichtig, da sonst die Messwerte falsch werden, weil Luft dehnbar ist (kompressibel ist sie auch – ist bloß hier nicht von Wichtigkeit) und sich falsche Unterdrücke in den Schläuchen einstellen würden.
± 1 mm in der Länge sind nicht tragisch, aber mehr sollten es wirklich nicht sein.

 

und hier ein paar Bilder zur besseren Erklärung:

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Quelle: Hellweg Baumarkt Berlin, Hohenschönhausen, Gartenabteilung
Preis: rund 27,- Euro
Zeitaufwand: ca. 3 Stunden

gebaut anno 2008 oder so.

 

und hier das Ganze zum
Download
als pdf-Datei bereit gestellt.

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PS:
Und so schaut das Ganze an einer Hayabusa aus Bj. 99 in Aktion aus.

Bild 5. zeigt die "Schiefstellung" der Drosselklappen , Bild 6. mein Endergebnis der Synchronisierung .
Ja, die Säulen sind nicht alle auf einem Strich, aber "dank" der x-Schlitzschrauben war einfach nicht mehr drin,
wobei diese Unterschiede noch immer wesentlich genauer sind, als alle noch so teure Uhren.

Bild jeweils anklicken und es öffnet sich in einem extra Fenster.

Bild 5

Bild 6

 

PPS:
Und wer nicht die Zeit oder Laune hat, sich sowas selbst zu bauen, kann auch auf das Carbtune zurück greifen.
Soweit ich es verstanden habe, hat es exakt die gleiche Arbeitsweise und damit auch vergleichbare Ergebnisse - müsste man aber mal im direkten Vergleich austesten.

so sieht das Carbtune aus:

Anleitung zum Gebrauch gibts hier:
http://www.carbtune.com/inst_de.html